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Neue Partei-Mitglieder nachhaltig integrieren: 3 Erkenntnisse

Updated: Nov 20

Wir haben eine Expertin aus dem Bereich Personalmanagement (Lisa Engel) und einen Referenten der SPD Hamburg (Sebastian Jahnz) eingeladen, um darüber zu diskutieren, wie man Neumitglieder in Parteien nachhaltig integriert. Wir haben die drei wichtigsten Erkenntnisse des Abends zusammengefasst.


Copy & Paste: Formate aus der Arbeitswelt nutzen


Nicht nur Parteien sehen sich mit der Aufgabe konfrontiert, Neuankömmlinge in ihre Strukturen zu integrieren, von ihrer Mission zu überzeugen und sie nachhaltig an sich zu binden. Auch Arbeitgeber müssen das leisten.


In der Arbeitswelt fließen mittlerweile ungekannte Kapazitäten in die Entwicklung und Durchführung von Mitarbeiter-Onboardings. Kapazitäten, die Parteien und Vereine schlichtweg nicht aufbringen können. Es lohnt sich also, über den Tellerrand zu schauen und Formate aus der Privatwirtschaft (zumindest probeweise) zu übernehmen. Denn die grundsätzlichen Ziele sind beim Onboarding überall gleich.


Eine grundsätzliche Lektion aus der Arbeitswelt ist, dass die Ansprüche an digitale Kommunikation in den letzten Jahren gestiegen sind. Eine bestimmte Information lediglich „irgendwo“ abzulegen reicht im Zweifel nicht aus. Wenn Organisationen neben einer Website auch einen E-Mail-Verteiler, eine WhatsApp-Gruppe und diverse soziale Netzwerke bespielen, sollten sie damit rechnen, dass es Personen geben wird, die sich nur über einen dieser Kanäle auf dem Laufenden halten. Informationen sollten in allen Kanälen, in denen sie theoretisch passend sind, bereitgestellt werden – idealerweise in einem Format (Sharepic, Video, PDF, …), das zum Kanal passt.


Onboarding ist Netzwerken


Was sind das eigentlich für Ziele? Für Lisa Engel geht es beim Onboarding vor allem darum, ein Netzwerk aufzubauen. Die Neuankömmlinge sollen möglichst viele für sie relevante Personen kennenlernen und erfahren, an wen sie sich für welche Anliegen wenden können.


Umgekehrt ist es Teil des Onboardings, die Neuen bei den Bestandsmitgliedern bekannt zu machen. Dabei interessieren nicht nur Name und Alter, sondern auch, was die Interessen der Person sind und in woran sie gern arbeiten und mitgestalten möchte. So wird zum Beispiel Arbeitsgruppen-Sprecher*innen die Chance gegeben, direkt auf Neumitglieder zuzugehen, die an einem passenden Thema interessiert sind.


Paten-Programme: In der Theorie perfekt


Eine Idee, die sich unter den Teilnehmenden der Veranstaltung großer Beliebtheit erfreute, war die der Paten-Programme. Sprich: Ein Bestandsmitglied wird einem Neumitglied zugeordnet und fungiert als Pat*in, indem sie*er regelmäßig den Kontakt sucht, Fragen beantwortet und gegebenenfalls ihr*sein Netzwerk zur Verfügung stellt.


Der Vorteil: Neumitglieder erhalten direkt einen persönlichen Draht zur Partei. Jemanden, die*der sie kennt, sie begrüßt, Zusammenhänge erklärt. „Neues Mitglied in einer Partei zu sein ist auch ein bisschen so, wie das neue Kind in der Klasse zu sein,“ merkt Sebastian Jahnz an. In so einer Situation ist es von unschätzbarem Wert, bereits jemanden näher zu kennen, sich zu jemandem dazu setzen zu können.


Doch man solle sich gut überlegen, ob man ein Paten-Programm startet, mahnt der Kampagnen-Referent der SPD Hamburg. Wenn man es richtig machen wolle, sei so eine Patenschaft viel Arbeit für die Mitglieder. Die*der eine oder andere unterschätze den Aufwand und ließe die Sache am Ende schleifen. Mitunter nachvollziehbar, sind wir doch alle ehrenamtlich dabei.


Interesse am Thema Mitglieder-Onboarding?


Du möchtest Dich mit der Frage beschäftigen, wie das Partei-Onboarding der Zukunft aussehen könnte und konkrete Ideen in die Tat umsetzen? Melde Dich bei uns oder schau bei unserer nächsten Dockland-Sitzung vorbei (Termine findest Du hier ganz unten)!


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